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Texte und Bildberichte 600 Jahre Kirche in Huchenfeld 50 Jahre Kirche in Hohenwart Kirchenwahlen 2007

Aus der Geschichte der Filial-Gemeinde Hohenwart Zur Baugeschichte Ausstattung und Renovierungen



Ausstattung

Die Tür

Wie hier zu sehen ist, war die Kirche zunächst mit einfachen Holztüren versehen. Schon beim Bau wurde seitens der Kirchengemeinde bedauert, dass aus finanziellen Gründen keine repräsentativen Türen möglich waren.
Im Jahr 1978 wurden Angebote zur Neugestaltung der Kirchentür eingeholt. Nachdem eine notwendige Unterkonstruktion aus Metall angefertigt war, wurde der Pforzheimer Künstler Rolf Gröger mit der Gestaltung der Tür beauftragt. Der Guss aus Aluminium wurde in einem Bronzeton eingefärbt und patiniert, die neuen Türen wurden im Frühjahr 1979 angebracht.

Symbolik der Tür
Am oberen Ende der Tür ist der Name der Gemeinde zu lesen: Evangelische Kirchengemeinde Pforzheim-Hohenwart.
Die weiteren Buchstaben sind teils erhaben, teils eingeprägt. Sie formen die Worte Jesu: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen - da bin ich mitten unter ihnen. Dieser Vers wird umrahmt von Menschen, alten und jungen, die einen nach oben offenen, kelchförmigen Halbkreis bilden.
Diese Gestaltung bringt also zum Ausdruck, dass im Abendmahl die Gemeinschaft zwischen Gott und uns einerseits und unter uns Menschen andererseits symbolisiert wird.
Die Worte des Verses wiederum bilden einen stark stilisierten Baum mit breiter Wurzel. Hier mag der Künstler an den "Lebensbaum des Paradieses" gedacht haben. Durch den Tod Jesus für uns der Zugang zum Lebensbaum wieder frei. Er wächst bezeichnenderweise, mitten in der Gemeinschaft von Menschen, die - durch Gott miteinander verbunden - füreinander da sind.
Der Weg zu Jesus, der Weg zum Heil, führt über die Gemeinschaft untereinander, die die Liebe Jesu möglich macht, zur Gemeinschaft mit Gott.

Über dem Eingang zur Kirche fallen die drei im Mauerwerk abgehobenen Kreuze auf. Sie stehen symbolisch für Golgatha.

Der Kirchenraum

Kirche Hohenwart

Apsis

Betritt man das Innere der Kirche, fällt der Blick unmittelbar auf die künstlerisch ausgestaltete Apsis.

Stilisiert mit einfachen Strichen findet sich hier ein Osterbild. Den Hintergrund für diese Darstellung liefert die Überlieferung des Ostergeschehens bei Matthäus. Pilatus stellt auf Drängen der (priesterlichen) Oberschicht Wachen ans Grab, damit der Leichnam Jesu nicht gestohlen werden kann. M.a.W.: Das Establishment in Jerusalem will den Zugang zum Grab Jesu kontrollieren.
Das Auferstehungsgeschehen bei Matthäus setzt sich also gegen die Mächte durch, die der Ausbreitung der Liebe Gottes im Wege stehen: Gegen die weltliche Macht, die - oft mit Gewalt - Menschen unterdrückt und Unrechtsstrukturen schafft oder begünstigt. Gegen die Oberschicht, die von den Unrechtsstrukturen wirtschaftlich profitiert. Gegen die Priester, die mit ihrer Einteilung der Welt in gut und böse, in rein und unrein die Menschen untereinander spaltet und entsolidarisiert.

Der Künstler hat diesen Gedanken in seine Gestaltung der Apsis und in das Gesamt-Arrangement der Kirche in Hohenwart aufgenommen. Die Welt mit dem von ihr verursachten Leid (dafür stehen die drei Kreuze über dem Eingang) bleibt vor der Kirchentür. In der Kirche - sprich: im Gottesdienst und in der Gemeinde - setzt sich die Liebe Gottes ( auch gegen den Widerstand der Welt ) durch. So kommt die Auferstehung Jesu an ihr Ziel in der Welt und entfaltet ihren Trost für den Einzelnen über das eigene Ende und das der der Welt hinaus. Jesus Christus erweist sich darin als einzige wahre König, als Herr über alle Herren, seien es die auf Erden oder sei es die Macht des Todes.

Weitere Bauvorhaben

1979 meldete die Kirchengemeinde Huchenfeld in einem Schreiben an die Stadt Pforzheim ihr Interesse an, Land rund um die Kirche aufzukaufen. Geplant war seit langem eine Ergänzung der Kirche durch Gemeinderäume. Dies kam nicht zustande, v.a. aufgrund der Tatsache, dass die Kirchengemeinde Räumlichkeiten in der entstehenden Begegnungsstätte Hohenwart (heute Hohenwart Forum) nutzen kann.

Unsere Glocke

Nachdem der erste Spatenstich für die Kirche in Hohenwart im September 1955 geschehen war, der Rohbau Form annahm, beauftragte die evang. Kirchengemeinde im November 1956 den Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation mit dem Guss einer Glocke. Die Mittel für die Glocke stammten aus Spenden.

In der Tonlage ist sie abgestimmt auf die drei Glocken der damals ebenfalls noch neuen Maria-Königin-Kirche der katholischen Gemeinde. Sie hat den selben Schlagton c'' wie deren mittlere Glocke.

Folgende Daten wurden für das Geläut der Jesus-Christus-Kirche festgehalten:

Anzahl: 1 Gewicht: ca 205 kg
Schlagton: c'' (Oktavglocke)
Durchmesser: 820 mm
Gießer: Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation AG
Einholung: Mitte März 1957
Weihe: 31.03.1957
Gussort: Bochum
Kosten: 1460,- DM
Gussjahr: 1957

Inschrift:
JESUS CHRISTUS
GESTERN UND HEUTE
UND DERSELBE
AUCH IN EWIGKEIT


Dem Abnahmegutachten ist zu entnehmen, dass der Schlagton der Glocke um 1/16 über dem Kammerton liegt, dass die Innenharmonie aber dennoch in bester Weise ausgeglichen sei und die Glocke ein klares Klangbild habe.

6 Jahre später wird das Geläut durch das Orgel- und Glockenprüfamt des Evang. Oberkirchenrates überprüft. Im Bericht von 1963 wird auf folgende Punkte hingewiesen:
- Die Glocke hängt im offenen Glockenträger. Der Klang wäre in einer durch Schallläden geschlossenen Glockenstube wesentlich besser.
- Sie schwingt in der falschen Richtung. Eigentlich sollte sie um 90° gedreht werden, um in Richtung der Lage des Ortes zu schwingen.

Die dadurch notwendigen Umbauarbeiten wurden aber vom damaligen Kirchengemeinderat aufgrund des hohen Aufwandes abgelehnt.

Viele lange Jahre wurde die Glocke von Hand geläutet. Seit der Einweihung der Kirche bis zu ihrem 80. Lebensjahr, also fast 40 Jahre, versah Frau Lina Meyerle den Kirchendienst (links ein Photo). Leider konnte sie die Umstellung auf das elektrische Läutwerk, auf die sie so gehofft hatte, nicht mehr selbst während ihres Dienstes genießen, da sie 1990 aufgrund ihres Alters aus dem Dienst ausschied. Auch ihre Nachfolger im Amt fanden sich noch im "Strickzimmer" ein bzw wurden von den damaligen Huchenfelder Konfirmanden unterstützt.

Seit 1991 wurden die Pläne für eine elektrische Läuteanlage dann konkreter, da die Kosten aufgrund einer größeren, zweckgebundenen anonymen Spende gedeckt werden konnten.
Aus dem Glockenprüfamt kamen allerdings Überlegungen, das Läuten von Hand beizubehalten: "Eine bis in das Jahr 1992 von Hand geläutete Glocke ist heute eine Besonderheit. Mittlerweile stellen wir ... mancherorts bereits die Überlegung an, ob wegen der hohen Reparatur- und Unterhaltungskosten elektrischer Läuteanlagen die Geläute wieder auf Handbetrieb umgestellt werden sollen."
Schließlich wird im März 1993 der Auftrag an die Fa Schneider in Schonach erteilt, die Arbeiten wurden im Juni abgeschlossen.

Renovierungen

Schon im August 1936 hatte die kirchliche Baubehörde auf den Planungsmangel aufmerksam gemacht, den der Hohlraum zwischen Holzfußboden und offener Geländeoberfläche bedeutet. Im Jahr 1937, als der letzte Grundstücksvorschlag gegenüber dem Friedhof erörtert worden war, wies das Bauamt auf den wasserundurchlässigen Bauuntergrund und die Notwendigkeit einer guten Drainage hin.

Diese beiden Punkte erwiesen sich in der Folge tatsächlich als die problematischsten. Bereits 1968, also nur 11 Jahre nach der Einweihung, wird auf Feuchtigkeitsflecken in der Chormauer aufmerksam gemacht.

Nach mehreren Ausbesserungen musste im Jahr 1998 eine große Renovierung durchgeführt werden. Inzwischen war der Fußboden wie befürchtet tatsächlich weitgehend verfault, so dass er ersetzt werden musste. Bei einer Begehung hatte das Kirchenbauamt des Evang. Oberkirchenrates dringende Maßnahmen zur Substanzerhaltung festgestellt. Die Kosten wurden mit 150.000,- DM veranschlagt.

Im Zusammenhang der Renovierung wurde die Einrichtung einer kleinen Toilette im Eingangsbereich angeregt. Zwecks Erneuerung der Holzböden wurden die Kirchenbänke herausgenommen und bei der Fa Jourdan zwischengelagert. Das Dach wurde repariert und neue Regenrinnen angebracht. Um das Haus herum wurde eine Drainage verlegt, eine Zisterne für das Regenwasser angelegt, das der Toilettenspülung dient, sowie eine Sickergrube ausgehoben. Zu den notwendigen weiteren Arbeiten zählten die Verlegung von Fließen und die Überholung der elektrischen Anlage.

Dank
Bei all diesen Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten haben sich immer wieder Helfer/innen aus der Gemeinde gefunden, die ehrenamtlich mithalfen und dabei der Gemeinde noch höhere Kosten ersparten. Zusammen mit den Spendern der kleineren und größeren Geldbeträge sei ihnen an dieser Stelle besonders herzlich gedankt. Nur dadurch ist es möglich gewesen, die Kirche bis heute in ihrem zweckdienlichen Zustand zu erhalten.


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